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Letzte Aktualisierung: 23.08.2019

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Aarhus: Stadt voller junger Energie und großartiger Architektur

von Gesine Unverzagt

(17.05.2019) 2017 wurde viel über Aarhus berichtet, denn in dem Jahr war die kleine, aber feine Stadt europäische Kulturhauptstadt. Alle, die Kopenhagen lieben, sollten unbedingt die zweitgrößte Stadt Dänemarks kennen lernen.

Bildergalerie
Aros Kunstmuseum
Foto: Gesine Unverzagt
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Boy im Aros Kunstmuseum
Foto: Gesine Unverzagt
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Futuristische Architektur Aarhus
Foto: Gesine Unverzagt
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Bürgerhaus und Bibliothek DOKK1
Foto: Gesine Unverzagt
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Café im Latin Quarter
Foto: Gesine Unverzagt
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Freilichtmuseum Den Gamle by
Foto: Gesine Unverzagt
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Aarhus liegt an der Ostseeküste Jütlands, und obwohl nur 250 000 Einwohner herrscht hier ein Großstadtflair voller Energie. Hier lebt die jüngste Bevölkerung Dänemarks mit einer großen Anzahl von Studenten, die das Stadtbild prägen. Fast alle Sehenswürdigkeiten sind zu Fuß erreichbar oder man schnappt sich ein Fahrrad, das an jeder Ecke auszuleihen ist.

Als erstes tauchen wir in die Vergangenheit ein. „Den Gamle By“ ist ein Freilichtmuseum der besonderen Art. Es zeigt städtisches Leben vom 18. Jahrhundert bis in die 1970ger Jahre. Aus ganz Dänemark wurden historische Gebäude hierher gebracht. Schauspieler sorgen für lebendiges Leben in Kostümen der jeweiligen Zeit. In ein Wohnhaus der 70ger können wir unterschiedliche Wohnungen besichtigen. Da ist die gutbürgerliche Wohnung mit Antiquitäten und Häkeldeckchen neben der Unterkunft einer Hippiekommune, die entsprechend lässig und chaotisch ist. In der Museumsstadt gibt es neben nostalgischen Cafés auch Läden, in denen Gebrauchsgegenstände der jeweiligen Zeit ausgestellt werden. Der Besuch dieses originellen Museums ist für Groß und Klein ein großer Spaß.

Absoluten Kontrast dazu bildet Aarhus Ø, ein neuer Stadtteil mit futuristischer Architektur und mir dem größten Hafenbadbassin der Welt, im Sommer Treffpunkt für Einheimische und Touristen.

Das Lieblingsviertel der Studenten ist allerdings das Latin Quater, gleich hinter dem Dom und dem Theater. Neben zahlreichen Cafés befinden sich in den Gassen des Szeneviertels individuelle Boutiquen und Galerien. Nicht nur die Kreativszene fühlt sich hier besonders wohl.

Kunst und Design ist in Aarhus allgegenwärtig. Berühmt und inzwischen auch Wahrzeichen der Stadt ist das Aros Kunstmuseum. Auf das Dach des Backsteinquaders baute der international berühmte Künstler Ólafur Eliasson „Your Rainbow Panorama“. Auf einem in allen Regenbogenfarben verglasten Rundgang bekommt der Besucher eine bunte Rundumsicht auf die gesamte Stadt. Im Kunstmuseum selbst werden Werke zeitgenössischer Künstler ausgestellt. Besonders berühmt ist Boy, eine fünf Meter hohe und fünfhundert Kilogramm schwere Skulptur aus Glasfiber. Die naturalistische Figur des australischen Künstlers Ron Mueck lockt sogar Kunstmuffel hierher in den sechsten Stock des Museums.

Nicht nur das Dach von Aros fasziniert Besucher, hoch auf dem Dach des Salling-Kaufhauses besuchen wir eine Dachterrasse, die einmalig ist. Kurz hinter dem Eingang des Kaufhauses geht rechts der Fahrstuhl hoch in den letzten Stock. Auf dem Rooftop herrscht eine entspannte Stimmung. Bei Kaffee und Kuchen sorgt Loungemusik für Entspannung, während die Besucher den traumhaften Rundumblick auf die gesamte Stadt in stilvollem Ambiente und originellem Design genießen. Nur für schwindelfreie ist ein Steg, der auf den letzten Metern einen gläsernen Boden hat und hoch hinaus über die Einkaufsstraße führt.

In Dänemark hat sich nicht nur ausgefallenes Design durchgesetzt, auch die Restaurants habe die Kreativität entdeckt. Aus den vormals eher simplen Gerichten, bieten Restaurant heute verfeinerte, internationale Küche. An dem kleinen Fluss, der durch die Mitte der Stadt fließt, reiht sich ein Restaurant an das nächste. Im Restaurant Rømer z.B. sind die Tapas so lecker, so raffiniert gewürzt, dass wir viel zu viel davon essen.

Nach dem köstlichen Mahl schlendern wir den Fluss entlang, vorbei an Cafés, Restaurants und an zahlreichen Bars, wo Hochbetrieb herrscht. Am Ende der Ausgehmeile wo der Fluss ins Meer fließt, erhebt sich über dem Hafen das Bürgerhaus mit Bibliothek DOKK1 mit riesigen Fenstern und ausladendem Dach. Neben einer riesigen Auswahl von Büchern lockt die elektronische Abteilung Studenten und Normalbürger hierher. Bequeme Sessel und Designstühle laden zum Verweilen ein, auch gern bei einem Kaffee.

In dem hauseigenen, hypermodernen Parkhaus werden die Autos ohne Fahrer automatisch in eine Tiefgarage befördert. Keine Angst, mit dem entsprechenden Chip taucht das Fahrzeug bei Bedarf aus dem Untergrund wieder auf.

Etwas außerhalb der Stadt besuchen wir das kulturhistorische Museum Moesegard, erst 2014 neu eröffnet. Aus einem Grashügel erhebt sich ein spektakulärer Schrägbau in die Landschaft. Hier wird nicht nur die Entwicklung des Menschen gezeigt, sondern auch die Besiedlung Dänemarks demonstriert. Projektionen bringen die Besucher hinein in das damalige Leben. In einem dunklen Raum mit zwei gebogenen Leinwänden wird eine Schlacht projiziert, wobei die beiden sich bekämpfenden Heere direkt auf den in der Mitte stehende Zuschauer zurasen. Ein Erlebnis der besonderen Art!

Wer es beschaulich dänisch mag, der sollte auch in Umgebung der Stadt erkunden. So zum Beispiel die kleine Stadt Ry, eine halbe Stunde von Aarhus entfernt. 6000 Menschen leben in dem Städtchen, meist Städter und Aussteiger, die das ruhige Landleben bevorzugen. Pilgerort der Dänen an Wochenenden ist in der Nähe der höchste Berg Dänemarks „Himmelbjerget“. In einer wunderbaren Waldlandschaft gelegen, ist der 147 m hohe „Berg“ für jeden Dänen Pflicht, im Laufe seines Lebens hierher zukommen, um von oben den Ausblick auf den Julsee zu bewundern. Es heißt hier wurde durch Volksversammlungen die dänische Demokratie gegründet.

Informationen über Aarhus: www.visitaarhus.de