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Letzte Aktualisierung: 22.11.2017

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466 Euro gibt der Hesse für Weihnachtsgeschenke aus

Ganz oben stehen Geschenkgutscheine

von: Karl-Heinz Stier

(14.11.2017)  Man merkt es schon an den Anzeigen in den Tageszeitungen, an den Litfaßsäulen oder in Verkaufsprospekten: Weihnachten naht und damit auch die Zeit, wo das Geld eher etwas locker sitzt, geht es doch letztlich darum, seinen Liebsten ein persönliches Weihnachtsgeschenk unter den Baum zu legen.

Die Weihnachtspressekonferenz v.r.n.l.: Präsident Ruths, Vizepräsidentin Tatjana Steinbrenner, Hauptgeschäftsführer Michael Kullmann
Foto: Karl-Heinz Stier
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Obwohl das Weihnachtsgeschäft doch eigentlich erst richtig wenige Wochen vor dem Fest die Kassen kräftig klingeln lässt, wagt der hessische Einzelhandel schon jetzt eine Prognose für die umsatzstärksten Wochen bis zum Heiligen Abend. Zum Weihnachtsgeschäft zählt der Handelsverband die gesamte Zeit im November und Dezember.

„Für viele Einzelhändler liegen die Umsätze in den beiden letzten Monaten des Jahres um rund 15 Prozent, in einzelnen Branchen bis zu 100 Prozent über dem Durchschnitt der anderen Monate“, so Vizepräsidentin Tatjana Steinbrenner. Und das, obwohl im Gegensatz zum kalendarisch sehr günstig gelegenen Jahr 2016 dem Handel in diesem Jahr zwei Verkaufstage weniger zur Verfügung stehen.

Auch in diesem Jahr hat der Handelsverband in einer Verbraucherbefragung vom ifes Institut der FOM Hochschule einmal mehr nach den Geschenkpräferenzen gefragt. An erster Stelle stehen Geschenkgutscheine (50 %) gefolgt von Kosmetik (44 %), Büchern und Kultur (43 %) sowie Uhren und Schmuck (41 %).

Im Schnitt wollen die Konsumenten 466 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben, 12 Euro weniger als im Vorjahr. Geht man nach Geschlechtsunterschiede so geben Männer bei Geschenken mehr Geld aus als Frauen, allerdings kaufen Männer ihre Geschenke später ein (ab 16.12.) als Frauen, die schon zu diesem Zeitpunkt meist alles  zusammen haben. Vom Alter sind die 52- bis 62jährigen am ausgabenfreudigsten.

Nicht zu unterschätzen ist in diesem Zusammenhang der Kauf über Online (plus 10 %). „Hier spielt die Bequemlichkeit eine große Rolle“, meint die Vizepräsidentin. Wie überhaupt der Online-Umsatz den stationären Geschäften schon Probleme macht. Präsident Jochen Ruths stellte in seinem Jahresrückblick für 2017 fest, diese Zahlen seien von Jahr zu Jahr ständig gestiegen und machen in diesem Jahr fast 49 Milliarden Euro aus. Auch das sind etwa 10 %. Wolle man dem entgegenwirken, müsse die Attraktivität der Innenstädte gesteigert werden, betonte Ruths mit Blick auf die Kommunalpolitik. Dennoch war die Umsatzentwicklung mit 3,5 % (bundesweit 3 %) zufriedenstellend. Und sein Credo: „Es überlebt nicht der Nur-Onliner und nicht der Nur-klassisch-Stationärer, wer beides in seinem Portfolio hat, wird seinen Weg machen“.

Hauptgeschäftsführer Michael Kullmann bedauert, dass es in Hessen am Heiligen Abend keinen verkaufsoffenen Sonntag gebe. „Adventssonntage sind von den gesetzlich gestatteten Sonntagsöffnungen ausdrücklich ausgenommen“. Er plädierte dafür, die verkaufsoffenen Sonntage in Hessen wieder möglich zu machen.