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Letzte Aktualisierung: 21.11.2019

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20 Jahren UNESCO Welterbe Grube Messel

von von Karl-Heinz Stier 

(10.12.2015)  Vor rund 20 Jahren, am 9. Dezember 1995, wurde ein Meilenstein in der Geschichte der Grube Messel gelegt: Mit der Eintragung als „Messel Pit Fossil Site“ in die Liste der „Welterbstätten UNESCO“ erlangte der wissenschaftliche Wert und die Bedeutung der hessischen Fossilienlagerstätte als „Fenster in die Vergangenheit“ von vor über 48 Millionen Jahren weltweite Anerkennung.

Mit dem Kauf der Grube Messel durch das Land Hessen im Jahre 1992, der vertraglichen Regelung des Betriebs mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Schaffung einer Verwaltungsgesellschaft mbH (100 Prozent Land Hessen, vertreten durch das heutige Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst) wurde der Grundstein für die weiteren Aktivitäten in und für die Grube Messel als UNESCO Welterbestätte gelegt. Mit großem Erfolg: Nur so konnte dieser erdgeschichtliche Schatz der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, die Menschen für ihr Erbe – die faszinierenden Fossilien mit all ihrer Entstehung und Erhaltung – begeistert werden. Das in 2010 eröffnete Besucherzentrum wurde durch das Land Hessen gebaut und finanziert.


Der berühmteste Fund in Messel
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Um die spektakulären Funde dem Publikum nicht länger vorenthalten zu müssen, wurden regelmäßige Führungen durch das Welterbe angeboten – zunächst konnten etwa 1400 Teilnehmer gezählt werden, im Laufe der Jahre wurde schließlich eine Verdopplung erreicht. Mit der Intensivierung der Erforschung durch die Senckenberg Gesellschaft und des Hessischen Landesmuseums in Darmstadt stieg das Interesse, insbesondere an erdgeschichtlich aufschlussbringenden Fossilienfunden.

Insgesamt haben von 1992 bis Anfang 2003 rund 56600 Interessierte an Programmen und Führungen an der Grube Messel teilgenommen. Insgesamt konnten bis zum heutigen Tag ca. 415400 Besucher durch diesen weltweit einzigartigen Ort geführt werden.

Das 20jährige Jubiläum soll nach dem Willen der Messeler Veranstalter als „Fenster in die Vergangenheit“ gebührend gefeiert werden – so können Interessierte bis zum 17. April 2016 die Sonderausstellung zeit_wert der Freien Akademie für Kunst und Kreativität Ober-Ramstadt (akkrea) in Kooperation mit der Grube Messel besuchen.


Sonderausstellung zum 20jährigen Jubiläum
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Ziel der künstlerischen Arbeiten ist es, Wahrnehmungen und Erfahrungen auf sinnliche Weise zu vermitteln. Dies gelingt mit Hilfe der inspirierenden Atmosphäre in der Grube Messel – ein eigenständiger Kunstraum. Ausgehend von der Faszination der Exponate in den Räumen des Besucherzentrums und beeindruckt von den Dimensionen von Zeit und Raum am ehemaligen See, entwarfen zehn Künstlerinnen – Christine Franke, Verena Frydrych, Brigitte Helmes, Christiane Kunz-Weiß, Mechthild Lück, Ella Özener, Inge Rick, Petra Satorius, Gisela Scheinig, Claudia Söding – ihre eigenen visuellen Vorstellungen.

Das Besucherzentrum ist täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet Der letzte Einlass in die Ausstellung ist jeweils um 16 Uhr.