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Letzte Aktualisierung: 19.06.2019

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12. Frankfurter Teddyklinik: Spritzen sind gar nicht so schlimm

von Ilse Romahn

(29.05.2019) Operationen am laufenden Band, dazu Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen in hoher Taktzahl, Diagnosegespräche mit aufmerksamen Patientinnen und Patienten – und niemandem tat etwas weh, nirgends floss Blut. Auf dem Campus der Frankfurter Uniklinik hatten Medizinstudentinnen und -studenten gemeinsam mit der Kinderhilfestiftung e. V. in die inzwischen 12. Teddyklinik eingeladen.

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Offizieller Startschuss für die 12. Frankfurter Teddyklinik (v.l.n.r.): Prof. Dr. Thomas Klingebiel (Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin), Thomas Debus (Betriebsleiter Rettungsdienst bei Malteser Hilfsdienst gGmbH), Prof. Dr. Josef M. Pfeilschifter (Dekan des Fachbereichs Medizin), Dr. Michael Henning (Vorstandsvorsitzender der Kinderhilfestiftung e. V. Frankfurt), Meike Steinhauer (Organisationsteam Teddyklinik), Prof. Dr. Jürgen Graf (Vorstandsvorsitzender und ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums), Nadja Barth, Julian Schauwienold, Leonie Gossel, Niklas Wagner und Amelie Diestel (Organisationsteam Teddyklinik).
Foto: Ballcom GmbH
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Hier ist der kleine Plüschhase in guten Händen und seine Verletzung wird schnell versorgt.
Foto: Ballcom GmbH
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Rund 1.400 Kinder brachten vom 27. bis 31. Mai ihre Teddys und Lieblingskuscheltiere zum Gesundheits-Check oder ließen sie von allerlei Wehwehchen kurieren. „Mit der Teddyklinik wollen wir Kindern die weitverbreitete Angst vorm Arzt oder Krankenhaus nehmen und ihnen spielerisch die Themen Medizin und Gesundheit näherbringen“, erklärt Dr. Michael Henning, Vorsitzender der Kinderhilfestiftung e. V.

Ein einfacher Schnupfen, eine gebrochene Pfote, Bauchweh oder ein ungünstiger Sturz vom Hochstuhl: Egal, mit welchen Beschwerden die stofftierischen Patienten in die Teddyklinik kamen, die rund 200 Teddy-Docs stellten die passende Diagnose, veranlassten die richtige Behandlung und führten zahlreiche Heilungen herbei. Insgesamt 1.400 Kinder verfolgten mit Argusaugen das Tun und assistierten den angehenden Ärztinnen und Ärzten beim Gipsen, Röntgen und Schienen sowie dem ein oder anderen chirurgischen Eingriff.

Für ein möglichst authentisches Erlebnis haben die Teddy-Docs das Studierendenhaus KOMM der Frankfurter Universitätsklinik in ein Krankenhaus verwandelt, inklusive Behandlungszimmer, Operationssaal und einer Apotheke, die von Pharmaziestudierenden betreut wurde. In diesem Jahr wurde zum ersten Mal ein Ultraschallgerät eingesetzt, welches die Studierenden selbst gebastelt haben. An vier Projekttagen kamen Kinder aus etwa 70 Gruppen von Frankfurter Kindergärten und Kindertagesstätten. „Die Kinder erleben in der Teddyklinik hautnah, dass Ärzte und Krankenhäuser nichts sind, wovor man Angst haben muss. Sie können hinter die Kulissen schauen, erfahren viel über die Arbeitsweise in der Medizin und sehen vor allem, dass ein Arztbesuch in der Regel etwas Gutes ist“, erklärt Dr. Michael Henning. „Auf der anderen Seite ist es toll zu sehen, mit wieviel Herzblut die Medizinstudentinnen und -studenten die Teddyklinik betreiben. Ich bin sicher, dass wir dieses Projekt noch viele weitere Male gemeinsam realisieren werden.“ Auch Prof. Jürgen Graf,  ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Frankfurt, sieht in diesem Projekt eine Bereicherung: „Die Frankfurter Teddyklinik nimmt Kindern spielerisch die Angst vor einem Krankenhausaufenthalt und Arztbesuchen. Das Engagement der Medizinstudierenden unterstützen wir als Universitätsklinikum Frankfurt sehr gerne.“

Herzensangelegenheit für Teddy-Docs, Helfer und Sponsoren
Die Idee für die Teddy-Klinik stammt ursprünglich aus Skandinavien und hat an deutschen Universitäten schnell Nachahmer gefunden. In Frankfurt startete die erste Teddyklinik 2008. Das Projekt wird von Studierenden vor allem aus dem zweiten und vierten Studiensemester verwirklicht, die Organisatoren wechseln daher regelmäßig. In diesem Jahr besteht das Organisationsteam aus sieben Studierenden. „Die Idee ist einfach gut, das zeigt die enorm große Resonanz, die wir darauf haben“, so Meike Steinhauer, Mitglied des Organisationsteams. Das Versorgen der kleinen Plüschlieblinge ist eine liebgewonnene Abwechslung zum Studiums- und Klinikalltag. Und es ist großartig, dass die Kinderhilfestiftung dieses Projekt seit Jahren so großzügig unterstützt.“

Weitere Förderer und Sponsoren waren die Rewe Group, die rund 4.500 Obststücke sowie 1.500 Liter Mineralwasser und Apfelsaftschorle zur Verfügung stellte, der Malteser Hilfsdienst, der mit einem Rettungswagen und Sanitätern vor Ort war, und die Intermedica GmbH, die Verbandsmaterial und weiteres Equipment, das die Teddy-Docs für ihre Untersuchungen benötigen, kostenlos bereitstellte. In diesem Jahr als Sponsor neu dabei ist das Robert-Koch-Institut, welches Infomaterial zum Thema Impfungen zur Verfügung stellte.

Ebenfalls kostenlos stiftete die Firma „Bärentreff – die Fruchtgummifabrik“ für jedes der weit über tausend Kinder ein Tütchen Gummibären. Zu stark reduzierten Preisen stellte Galeria Kaufhof Frankfurt für jede Kindergartengruppe ein Gemeinschaftsspiel bereit und die Printus GmbH für jedes Kind eine Packung Buntstifte. Auch die Heusenstammer Kommunikationsagentur Ballcom GmbH unterstützt das Projekt seit mehreren Jahren mit kostenloser Pressearbeit und der Vorbereitung und Umsetzung der Pressekonferenz.