Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 22.02.2019

1000 neue Wohnungen auf dem Rebstock in Frankfurt

Statt Büros bezahlbare Mietobjekte

von Karl-Heinz Stier

(29.01.2019) Was man sich schon als politische Absicht vorgenommen hatte, hat sich inzwischen konkretisiert. Die Tochter der Landesbank Baden-Württemberg Immobilien (LBBW) und die städtische Wohnungsgesellschaft ABG Frankfurt Holding wollen auf dem Areal zwischen Leonardo-da-Vinci-Allee, Wiesbadener Straße, und Am Römerhof rund 1 000 Wohnungen errichten.

Bildergalerie
Bei der Pressekonferenz v.l.n.r.: Frank Berlepp (LBBW), Planungsdezernent Mike Josef, Frank Junker (ABG)
Foto: Karl-Heinz Stier
***
Das Rebstock - Gelände aus der Vogelperspektive
Foto: Karl-Heinz Stier
***
Die Bebauungsschwerpunkte im neuen Plan
Foto: Karl-Heinz Stier
***

Das Gelände war ursprünglich für eine gewerbliche Bebauung vorgesehen. In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef, Frank Berlepp, Geschäftsführer der LBBW, und ABG-Geschäftsführer Frank Junker das Bebauungskonzept vorgestellt.

„Durch die Änderung des bestehenden Bebauungsplanes nutzen wir eine jahrzehntelange Brache. Rund 90 Prozent der Wohnungen werden vermietet. Außerdem erhält der Rebstock seine Mitte“, sagte Stadtrat Mike Josef. So werde der neue Quartiersplatz gemeinsam mit den Bürgern und dem Ortsbeirat geplant. Hier sollen auch weitere Läden und Gastronomie Raum finden. Die Änderung des Bebauungsplanes ist derzeit im Verfahren, der Beschluss zur Offenlage soll in den nächsten Wochen vom Magistrat und im Ausschuss von der Stadtverordnetenversammlung gefasst werden.

Nach der derzeitigen Planung übernimmt die LBBW Immobilien von den 1 000 Wohnungen 400 Wohneinheiten. „Dabei legen wir - wie bereits bei den Rebstockhöfen in der Nachbarschaft -  auch bei diesem Projekt unseren Schwerpunkt auf den Mietwohnungsbau: 350 Miet – und 50 Eigentumswohnungen werden errichtet“, betonte Berlepp, dessen Unternehmen schon 1 200 Wohnungen in Frankfurt, davon 700 in Niederrad gebaut hat. Sie bewegen sich auf einem vernünftigen mittleren Mietpreisniveau.

Die städtische ABG engagiert sich in noch größerem Ausmaß auf dem Areal. „ Wir errichten rund 550 Wohnungen. Der Anteil an geförderten Wohnungen im Quartier beträgt annähernd 50 Prozent. Wenn alles gut geht, können bereits 2022 sie ersten Wohnungen bezogen werden“, erklärte Frank Junker. Auch hier liegt der Schwerpunkt auf  Mietwohnungen (90 Prozent), zehn Prozent werden als Eigentumswohnungen deklariert. Geförderte Wohnungen würden in Frankfurt bei der ABG bei 10.50 Euro pro Quadratmeter liegen.

Ein städtebaulicher Vertrag ist nach Aussagen von Josef bereits im Unterschriftengang. Dieser sieht unter anderem den Bau einer vierzügigen Kita vor und dass 30 Prozent als geförderter Wohnraum erstellt werden muss. Die Kita soll entlang der Wiesbadener Straße ihren Platz finden- mit mehreren zusammenhängenden Wohngebäuden. An der Ecke zum Katharinenkreisel sind ein Hotel, gewerbliche Nutzungen und weitere 50 Wohnungen vorgesehen. Eingeplant ist zunächst auch ein Platz für eine Grundschule.

Die erste Bauphase für die öffentliche Erschließung beginnt voraussichtlich im kommenden März und wird sechs Monate dauern. Im Rahmen der Erschließungsarbeiten fallen im Nordwesten des Plangebietes am Rande des Wäldchens Bäume. „So viel wie ein halber Fußballplatz“ – wie der Planungsdezernent meint. Die erforderlichen Ausgleichspflanzungen erfolgten bereits vor mehreren Jahren. Das Wäldchen selbst bleibt auch nach Errichtung der neuen Gebäude erhalten.