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Letzte Aktualisierung: 18.04.2019

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Üblicher Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar in Frankfurt – aber über 2.500 Menschen weniger arbeitslos als im Januar 2018

von Ilse Romahn

(01.02.2019) Die Arbeitslosigkeit in der Stadt Frankfurt ist auch 2019 wie üblich im Januar gegenüber dem Vormonat Dezember 2018 angestiegen. Insgesamt waren 20.960 Erwerbslose bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Frankfurt gemeldet. Dies war ein Plus von 6,5 Prozent gegenüber dem letzten Monat, allerdings 10,7 Prozent weniger als im Januar 2018.

Im Rechtskreis SGB III (Arbeitsagentur) lag die Arbeitslosigkeit bei 7.460, das sind 798 mehr als im Vormonat und 393 weniger als im Vorjahr. Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) gab es 13.500 Arbeitslose, das ist ein Plus von 475 gegenüber Dezember; im Vergleich zum Januar 2018 waren es 2.126 Arbeitslose weniger.

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Januar 5,2 Prozent - sie war damit um 0,3 Prozent höher als im Dezember 2018. Im Januar des letzten Jahres lag sie bei 5,9 Prozent.

Karl-Heinz Huth, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt beurteilt den Anstieg der Arbeitslosigkeit zu Beginn des Jahres: „Dieser  Anstieg im Januar ist durchaus nicht überraschend. Die Ursache liegt zum größten Teil an den Kündigungen zum Quartals- und Jahresende. Befristete Arbeitskräfte - zum größten Teil ungelernt oder mit unzureichenden Deutschkenntnissen – kommen verstärkt zum Jahresende. Oft können fehlende Sprach- oder Fachkenntnisse durch entsprechende Weiterbildungen oder Schulungen beseitigt werden. Denn je länger die Suche nach Arbeit erfolglos bleibt, desto schwieriger wird der Weg zurück in Arbeit. Gut finde ich, dass das Jobcenter nun die gesetzliche Möglichkeit hat, mit dem neuen Teilhabechancengesetz und den dort festgelegten Fördermöglichkeiten zusätzlich Wege für Langzeitarbeitslose auf dem allgemeinen und sozialen Arbeitsmarkt zu schaffen. Mit dem Qualifizierungschancengesetz wird die Weiterbildungsförderung Beschäftigter unabhängig von Ausbildung, Lebensalter und Betriebsgröße verstärkt. Damit soll Beschäftigten, die von Strukturwandel und Digitalisierung betroffen sind, eine Anpassung und Fortentwicklung ihrer beruflichen Kompetenzen ermöglich werden.

Das Beratungsangebot für Arbeitslose mit erhöhtem Beratungs- und Orientierungsbedarf und von Erwerbstätigen mit niedriger Qualifikation, in oft wechselnden Arbeitsverhältnissen oder vor einer beruflichen Neu- oder Weiterentwicklung wird ständig ausgebaut. Das funktioniert nicht von heute auf morgen – Veränderungen brauchen Zeit und sind gut zu begleiten. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir so dem künftigen Fachkräftebedarf ein Stück weit begegnen können.“

Bei der Agentur für Arbeit Frankfurt waren im Januar 11.229 Arbeitsstellen gemeldet, gegenüber dem Vorjahresmonat ist das ein Anstieg von 781 Stellen. Insgesamt war der Stellenzugang im Januar gut. Mit 1.965 neuen Arbeitsstellen wurden 111 mehr als im letzten Monat registriert. Huth zu Chancen auf dem Arbeitsmarkt: „Erwerbslose haben im Moment sehr gute Möglichkeiten in den Berufsbereichen Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit. Der Anteil der bei der Arbeitsagentur Frankfurt gemeldeten offenen Stellen in diesem Berufsbereich liegt bei fast 34 Prozent. Aber auch bei Berufen aus den Bereichen kaufmännische Dienstleistungen, Handel und Tourismus, den Metall-, Mechatronik-, Energie- und Elektroberufen sowie bei den Gesundheitsberufen werden viele engagierte Fachkräfte gesucht.“

Eckdaten zur Grundsicherung
Zurzeit werden in der Stadt Frankfurt 72.212 Personen in Bedarfsgemeinschaften betreut – über fünf Prozent weniger als noch vor einem Jahr. 48.143 hiervon sind erwerbsfähige Leistungsberechtigte – hier ist ebenfalls ein Rückgang von über sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr eingetreten.

Prognose
Huth zur allgemeinen Arbeitsmarktlage in Frankfurt: „Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist in der Stadt auf ein Rekordhoch von 584.220 Personen gestiegen. 3,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zwar sind die konjunkturellen Aussichten ein wenig eingetrübt, aber der Arbeitsmarkt - trotz der derzeitigen Unsicherheiten beim Brexit und negativer Prognosen einiger Wirtschaftsinstitute - in guter Verfassung.

Wenn auch die Zahl der Arbeitslosen zu Beginn des Jahres durch Beendigung von Ausbildungen und weiteren saisonalen Einflüssen leicht steigen werden, überwiegen doch die positiven Signale. Die Unternehmen werden weiterhin Fachkräfte benötigen. Mit Weiterbildungen während der Beschäftigung können sie sich ihre gut eingearbeiteten Fachkräfte zusätzlich sichern.

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