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Letzte Aktualisierung: 10.12.2018

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Über 5 Millionen Euro aus Bundesmitteln für hessische Kulturdenkmäler

Sanierungen von Schlössern, Kirchen und Ruinen gefördert

von Ilse Romahn

(23.11.2018) Der Bund unterstützt den Erhalt und die Restaurierung hessischer Denkmäler: Insgesamt 18 Schlösser, Kirchen und Ruinen profitieren vom Denkmalschutz-Sonderprogramm. Somit fließen rund 3 Millionen Euro der insgesamt zur Verfügung stehenden 30 Millionen Euro in den Erhalt und die Restaurierung der hessischen Objekte. Hinzu kommen drei weitere Projekte, die über sogenannte Kulturgroßprojekte verteilt werden. Insgesamt beläuft sich die Förderung damit auf mehr als 5 Millionen Euro. Bundesweit werden 181 Denkmäler von nationaler Bedeutung gefördert.

„Die zusätzliche Förderung ist eine tolle Nachricht. Nur durch die Unterstützung der öffentlichen Hand können bedeutsame Kulturdenkmäler erhalten werden und damit ein wichtiges Stück unserer Geschichte“, sagte Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Es sind alles Maßnahmen an national bedeutsamen und das kulturelle Erbe prägenden Kulturdenkmälern, die wir gemäß den Förderrichtlinien gerne mit unseren Landesmitteln ergänzen.“

Die Bundesbeteiligung beträgt grundsätzlich bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben. Die Länder beteiligen sich an den aus Bundesmitteln geförderten Maßnahmen in der Regel mit gleich hohen Mitteln.

Das Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages auf den Weg gebracht. Das Landesamt für Denkmalpflege Hessen hat der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien 21 Objekte erfolgreich vorgeschlagen, darunter die Alte Kirche in Cölbe-Bürgeln (Landkreis Marburg-Biedenkopf). Sie ist ein bedeutendes Zeugnis dörflicher, sakraler Baukunst des Mittelalters und der frühen Neuzeit, sollte in den 1970er Jahren jedoch zugunsten eines Neubaus abgerissen werden. Um dies zu verhindern, übernahm ein Förderverein das Gebäude, konnte es aber nur in Ansätzen sanieren. Seitdem stand die Kirche leer und wurde vor einigen Jahren vom Kulturverein Alte Kirche Bürgeln übernommen. Er nutzt sie als Veranstaltungsort und will sie restaurieren. Dieses Projekt wird mit 150.000 Euro aus den zusätzlichen Mitteln unterstützt.

Ein weiteres Beispiel ist die Klosterruine Ober-Werbe (Landkreis Waldeck-Frankenberg), ein beliebtes Ausflugsziel und eine der wenigen Klosteranlagen des Kreises, die noch in Teilen erhalten ist. Witterungseinflüsse haben der Ruine zugesetzt. Sie soll nun statisch gesichert und das Mauerwerk nachverfugt werden. Dafür gibt der Bund 120.000 Euro.

Insgesamt 40.000 Euro aus dem Sonderprogramm fließen in die Fortsetzung der Sanierungsarbeiten an der Burg Herzberg in Breitenbach am Herzberg (Landkreis Hersfeld-Rotenburg). Die Burganlage Herzberg ist die größte noch erhaltene Höhenburg in Hessen. Nachdem 2017 die Außenhaut der Kapelle instandgesetzt wurde, sind für 2019 Sicherungsarbeiten an den Wehrmauern und im Burginneren geplant.

„Diese Beispiele zeigen, wie vielfältig Denkmalschutz ist. Und auch die Hessische Landesregierung arbeitet mit verschiedenen Mitteln daran, unsere Kulturschätze zu bewahren. So haben wir zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements und zur Förderung der Ehrenamtlichen in der Denkmalpflege die Denkmal-Fördermittel um 200.000 Euro auf 8,21 Millionen Euro erhöht. Zudem verleihen wir seit Juni 2018 die Auszeichnung ‚Denkmal des Monats‘, um das unermüdliche Bemühen Einzelner – seien es nun Privatleute, ein Verein oder eine Initiative in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken, Kulturdenkmäler sind Zeugnisse der Heimat- und Landesgeschichte und damit identitätsstiftend für die hessischen Bürgerinnen und Bürger.“, so Kunst- und Kulturminister Boris abschließend.