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Letzte Aktualisierung: 19.03.2019

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‚Flurschulen‘ gehören der Vergangenheit an – Öffnung in den Stadtteil selbstverständlich

Magistrat beschließt neuen Planungsrahmen für Grundschulen: Aufbruch zu moderner Schularchitektur

von Ilse Romahn

(11.03.2019) In seiner Sitzung am Freitag, 8. März, hat der Magistrat das neue Modellflächenprogramm für Neubauten von Grundschulen beschlossen.

„Der heutige Beschluss ist ein wichtiges Signal an Eltern und Lehrkräfte. Die Grundschulen, die in Frankfurt zukünftig gebaut werden, werden den heutigen Aufgaben einer modernen Pädagogik gerecht und erfüllen sowohl die Anforderungen an moderne Didaktik als auch an inklusive Bildung und den Ganztag“, sagt Integrations- und Bildungsdezernentin Sylvia Weber. „Die neuen Frankfurter Grundschulen werden Orte sein, an denen sich Kinder wohlfühlen und an denen Lernen Spaß machen wird.“

Mit der neuen Beschlusslage kann der Ganztag und der Betreuungsbedarf von Kindern an den neuen Grundschulen vollständig abgebildet werden. Das ist deshalb relevant, weil die Bundesregierung plant, zum Jahr 2025 einen Rechtsanspruch auf Betreuung für Grundschulkinder zu formulieren. „Diesem Anspruch tragen wir mit dem Planungsrahmen Grundschule bewusst Rechnung“, freut sich die Dezernentin auch im Hinblick auf die breite Zustimmung im Magistrat.

Die maximale Quadratmeterzahl sei nun verbindlich beschlossen worden. Neu sei jedoch, dass es den Schulgemeinden überlassen sei, wie genau sie diese maximale Quadratmeterzahl ausfüllen möchten. Das heißt, sie müssen sich überlegen, wie sie die Aufteilung für die Unterrichtsbereiche, die Gemeinschaftsbereiche, die Fachunterrichtsbereiche und die Team- und Verwaltungsbereiche vornehmen wollen. Für eine vierzügige Grundschule mit 25 Kindern pro Klasse bedeute das zukünftig eine Programmfläche von 3297 Quadratmetern, die entsprechend beplant werden müssen.

„Jede Schule hat ihr eigenes Profil und ihre eigenen Schwerpunkte, die in der Architektur abgebildet werden müssen. Unser neuer Planungsrahmen erlaubt diese Flexibilität und bietet für unterschiedliche pädagogische Herangehensweisen die entsprechenden räumlichen Lösungen an“, sagt Weber. Auch die Raumbedarfe für multiprofessionelle Teams seien berücksichtigt.

Elf neue Grundschulen wird die Stadt Frankfurt in den nächsten Jahren bauen und eröffnen. Und weil sich Bildung und Unterricht verändert haben, brauchen sie andere Raummodelle. Gruppen und Klassenräume sind zukünftig in Lernlandschaften integriert, die eine ausdifferenzierte Mitte oder eine Art Marktplatz haben. Das jeweilige Raummodell richtet sich nach dem pädagogischen Konzept der neuen Schule und nimmt zudem die Bedarfe aus dem Quartier auf.

„Die neuen Gebäude werden so konzipiert sein, dass sie sich in den Stadtteil einfügen und ihre Räume zur Nutzung für Kooperationspartner oder Bürgerinnen und Bürger aus dem Quartier öffnen. Auch kombinierte Wohn- und Schulgebäude, gemeinsame Nutzung von Freiraum, Plätzen und öffentlichen Grünflächen werden an den neuen Schulen möglich“, erläutert Stadträtin Weber.

So bringt der Planungsrahmen Grundschule einerseits ein Plus an Raumqualität für Kinder und Fachkräfte und gleichzeitig eröffnet er Lösungen zum flexibleren Umgang mit den knapper werdenden Grundflächen im Frankfurter Stadtgebiet.

Der Planungsrahmen wurde durch das büroschneidermeyer Köln/Stuttgart am Beispiel der Grundschule im Schönhof-Quartier unter Mitwirkung der städtischen Ämter, des Staatlichen Schulamtes, der Schulleitung der Römerstadtschule und der Nassauischen Heimstätte sowie der Firma Instone und der ABG entwickelt. Es wird die erste Schule in Frankfurt sein, die als Hybrid realisiert wird, mit einer Grundschule im Erdgeschoss und Wohnungsbau in den darüber liegenden Stockwerken.

„Die Stadt Frankfurt verfügt jetzt statt eines starren Modellraumprogramms über einen flexiblen Planungsrahmen, der jeder Schule individuelle Lösungen eröffnet und den Kindern und Lehrkräften ganz neue Wege des Lernens und Arbeitens ermöglichen wird. Ich danke allen, die sich in diesen vorbildlichen Prozess so konstruktiv eingebracht haben. Wir alle können stolz auf das erreichte Ergebnis sein“, bilanzierte die Dezernentin. (ffm)