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Letzte Aktualisierung: 18.04.2019

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"planet e." im ZDF über Konzepte gegen die Plastik-Flut

von Helmut Poppe

(05.04.2019) Was lässt sich tun, um die "Plastifizierung" der Welt aufzuhalten? Noch wird mit der massenhaften Produktion von neuem Plastik viel Geld verdient, auch wenn es Ansätze wie besseres Recycling, Ersatzstoffe oder Verbote bereits gibt.

So werben Shampoo-Flaschen mit dem Aufdruck "20 Prozent Ocean-Plastics", die EU verbietet Strohhalme, und Plastiktüten sind kostenpflichtig. Am Sonntag, 7. April 2019, 16.30 Uhr, berichtet "planet e." im ZDF über "Die Plastik-Revolution – Konzepte gegen die Kunststoff-Flut".

Mikro-Plastik im Essen, Müllteppiche auf dem Meer von Bali bis zu den Bahamas, verendete Schildkröten mit Supermarkt-Verpackungen im Magen: Ideen und Ansätze gegen diesen Plastik-Wahn gibt es viele. Im brandenburgischen Ort Schwarzheide etwa haben Wissenschaftler der Fraunhofer-Gesellschaft einen Bio-Kunststoff entwickelt, der aus Mais, Holz, ja sogar aus Bio-Abfällen hergestellt wird. Bald können Folien aus diesem Bio-Kunststoff produziert werden, die genauso reißfest, luft- und wasserdicht sind wie herkömmliche Verpackungsfolie für die Lebensmittelindustrie. Das Problem: Die großen Hersteller von herkömmlichem Plastik bremsen, intervenieren bei der Politik, fürchten um ihr Milliardengeschäft.

Reinhard Schneider, Inhaber des Mainzer Unternehmens "Werner & Mertz", setzt bei der Herstellung von Haushaltsreiniger-Verpackungen der Marke "Frosch" ganz auf Recycling. "Unsere Flaschen und Beutel bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem Plastik – unter anderem direkt aus dem Gelben Sack", sagt Schneider. Möglich machen es neue Fertigungstechniken und ein Sensor für Recyclinganlagen, der den Verpackungsmüll besonders fein auf brauchbares Material scannt. Schneider hat eine Recyclat-Initiative gegründet, die andere Unternehmen einlädt, sich an diesem Kreislaufverfahren zu beteiligen. Denn wirtschaftlich lohnenswert wird es erst, wenn möglichst viele Firmen mitmachen.

Die "planet e."-Dokumentation von Lars Seefeldt und Kersten Schüßler zeigt: Es steht viel Wissen rund um den Problemstoff Plastik bereit – und die Chancen für ein Umsteuern  sind erkennbar. "planet e." geht diesen Ansätzen nach und hinterfragt kritisch die Aussagen der Plastik-Lobby, selbst an Problemlösungen zu arbeiten.

Im April des vergangenen Jahres hatte "planet e." über den "Plastik-Fluch – Wie wir unseren Planeten vermüllen" berichtet. Diese Dokumentation ist in der ZDFmediathek hier zu finden.