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Letzte Aktualisierung: 25.06.2019

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Ökumenischer Gang auf den Spuren des Bombardements

Erinnerung an den 22. März 1944 - als die Innenstadt in Schutt und Asche fiel

von Ilse Romahn

(21.03.2019) Am 22. März jährt sich die Zerstörung der Frankfurter Altstadt zum 75. Mal. Mehr als 1000 Menschen kamen in dieser Nacht ums Leben: Zahlreiche öffentliche und private Gebäude der Stadt wurden zerstört, viele zehntausend Frankfurterinnen und Frankfurter obdachlos.

Am Abend dieses besonderen Jahrestags, am Freitag, 22. März 2019, findet in der Frankfurter Innenstadt ein ökumenischer Gedenkweg statt, den die beiden Stadtdekane, der katholische Johannes zu Eltz und der evangelische, Achim Knecht, zusammen mit Pfarrerin Andrea Braunberger-Myers von der Evangelischen Sankt Paulsgemeinde sowie Christine Mährle, Mitglied des Kirchenvorstandes der Sankt Paulsgemeinde, gestalten. Die Ensembles The Cornettis, Vive La Brasserie und Banda Capricciosa der Frankfurter Bläserschule begleiten unter der Leitung von Sunhild Pfeiffer und Simon Schumann das Gedenken.

In der Neuen Altstadt wird an die zerstörte Vorgängerin erinnert
In der evangelischen Alten Nikolaikirche, die auf dem Römerberg liegt und die zur Sankt Paulsgemeinde gehört, beginnt das Gedenken um 20.45 Uhr mit einem Klagegebet, bei gutem Wetter bereits um 20.40 Uhr mit einem musikalischen Auftakt vor dem Gotteshaus. Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker hält in der Alten Nikolaikirche in Erinnerung an das Bombardement, das im März 1944 die Stadt Frankfurt traf, eine Ansprache. Der anschließende Gang führt durch die im vergangenen Jahr eröffnete „Neue Altstadt“. Am neuen Hühnermarkt, vor dem Friedrich-Stoltze-Brunnen, soll um 21.15 Uhr ein Dankgebet gesprochen werden, für 21.30 Uhr sind ein Friedensgebet und Kerzenentzünden im katholischen Dom Sankt Bartholomäus vorgesehen. Mit einem Gedenkläuten wird die Veranstaltung gegen 21.45 Uhr zu Ende gehen.

„Eine Kultur des Gedenkens pflegen“
Pfarrerin Andrea Braunberger-Myers von der Sankt Paulsgemeinde sagt, „mir war es immer schon wichtig, eine Kultur des Gedenkens zu pflegen“ – nicht zuletzt weil die Sankt Paulsgemeinde ganz besonders unter den Folgen des von Deutschland ausgelösten Krieges zu leiden hatte. Dass es 75 Jahre nach dem Bombardement der Frankfurter Innenstadt, am 22. März 2019, erstmals einen Gedenkgang von Alter Nikolaikirche zum Dom gibt, findet sie eine angemessene Würdigung. In den Vorjahren wurde in Form von ökumenischen Gottesdiensten an das Geschehen im Frühjahr 1944 erinnert. Der Gang mache noch einmal deutlich, dass es sich bei den im Herbst 2018 eröffneten Straßenzügen unweit des Römerbergs um ein neu geplantes Quartier handelt – unter dem der Schutt der 1944 zerstörten Altstadt liegt.  

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