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Letzte Aktualisierung: 18.10.2019

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„Zu Gast bei Rossini“: Italienische Nacht auf der Burg Lindenfels/Odw. am 17. August

von Ilse Romahn

(02.07.2019)  Er war sicher der schillerndste und womöglich auch der originellste italienische Opernkomponist: Gioachino Rossini.

Bildergalerie
Kremena Dilcheva
Foto: Stadt Lindenfels Kur- nd Touristikservice
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Oscar de la Torre
Foto: Stadt Lindenfels Kur- nd Touristikservice
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1792 in Pesaro an der Adria geboren, sollte ihm schon früh schier Unglaubliches gelingen – er läutete eine neue Ära der italienischen Oper ein, bahnte dem Belcanto, dem „schönen Gesang“, den Weg in die romantische Oper und schuf umjubelte Werke voller turbulenter Lebensfreude und Dramatik. Als er 1822, im Alter von gerade einmal dreißig Jahren, nach Wien kam, war er bereits auf dem Höhepunkt seines Ruhms und löste einen wahren „Rossini-Taumel“ aus, der selbst den so anerkannten Komponisten-Kollegen Schubert und Beethoven das Fürchten lehrte.

Dann jedoch, im 38. Lebensjahr, gab der „Schwan von Pesaro“ das Komponieren von Opern auf. Er widmete sich fortan einem genussreichen Lebensstil, gab Soireen, war Gourmet und Gourmand, und verfasste Kochrezepte, die die Zeit überdauern sollten. Noch immer nehmen ihn italienische Restaurants nur allzu gerne zum Namenspatron. Erst spät und sporadisch schrieb Rossini nochmals Musik, vor allem seine „Alterssünden“, zumeist kleinere Instrumentalstücke und Miniaturen.  

Seine fast 40 Opernkompositionen freilich sind geblieben. Während seine Vorgänger – Cimarosa, Pergolesi und selbst noch Cherubini – nahezu vergessen sind, sind die Hauptwerke Rossinis auch heute noch aus keinem Opernspielplan wegzudenken. Er hat die italienische (wie auch die französische) Oper entscheidend geprägt. Bellini, Donizetti, Verdi, Ponchielli, Mascagni bis hin zu Puccini waren seine bedeutenden Nachfolger, und sie alle lassen in ihren Kompositionen immer wieder den großen Vater der Belcanto-Oper erkennen.  

Das Konzert
Die Musik Rossinis stellt mit ihrem verzierten, an Koloraturen reichen Gesang allerhöchste Ansprüche an die Virtuosität der Sänger. Für diese Produktion wurden deshalb sechs internationale Gesangsstars unterschiedlicher Fächer verpflichtet, vom Koloratursopran bis zum Bass – nicht zuletzt, um die Aufführung opulenter Ensembles zu ermöglichen, die bei kleiner besetzten Operngalas sonst nicht aufgeführt werden können. So wird das furiose Finale des II. Aktes aus Die Italienerin in Algier zu hören sein und das wunderbare Sextett „Siete voi“ aus La Cenerentola. Ansonsten stehen Arien und Duette aus vielen weiteren großartigen Opern Rossinis auf dem Programm, aus Der Barbier von Sevilla, dem breiter Raum eingeräumt wird, und aus Wilhelm Tell, aber auch aus weniger häufig gespielten Werken wie Semiramide, Die Reise nach Reims oder Tancredi. 

Seit Sommer 2017 mehrfach aufgeführt, haben sich Programm und Vokalbesetzung zu einem großen Publikumserfolg entwickelt und wurden stürmisch gefeiert, beispielsweise in der Alten Oper in Frankfurt am Main. Die Presse hat die Produktion denn auch als ein „Fest der Stimmen“ bezeichnet, als „überschäumende Gesangsakrobatik“ und einen „Triumph opernhafter Gesangskunst“. Auch auf der malerisch gelegenen Burg Lindenfels am 17. August 2019, in wundervoller Open-Air-Atmosphäre, werden die sechs Solisten wieder versuchen, jenen „Rossini-Taumel“ spür- und erfahrbar zu machen, der einst Wien, London und Paris erfasst hatte. 

Die Künstler
Die Koloratursopranistin Manami Okazaki stammt aus Tokio, hat in Wien studiert und dort an der Kammeroper erste Bühnenerfahrung gesammelt. Ihre gleichermaßen kraftvollen wie anmutigen Koloraturen und ihre verspielte Bühnenpräsenz machen sie zu einer Idealbesetzung für die Opern Rossinis. Tatjana Charalgina (lyrischer Sopran) wurde in Jekaterinburg geboren und hat in Hamburg studiert. Sie war lange Ensemblemitglied am Staatstheater Mainz, gastierte an zahlreichen deutschen Bühnen und war bei namhaften Festivals zu hören, u.a. bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen und dem Rossini-Festival in Bad Wildbad. Die bulgarische Mezzosopranistin Kremena Dilcheva hat sich mit Auftritten in Deutschland, Österreich, Italien, Spanien, China und Kanada weithin einen Namen gemacht und mit ihrem Koloraturalt unter anderem an der bayrischen Staatsoper, dem Teatro Communale in Florenz und auf dem Ravenna Festival begeistert. 

Die Karriere des mexikanischen Tenors Oscar de la Torre glänzt durch die Zusammenarbeit mit den ganz großen Namen. Er hat Meisterkurse bei Francisco Araiza und Montserrat Caballé besucht und stand bereits gemeinsam mit Plácido Domingo und Giacomo Aragall auf der Bühne. Leonardo Jang wurde in Südkorea geboren und an der Musikhochschule Köln zum Bariton ausgebildet. Er war er mehrere Jahre Ensemblemitglied des Theaters Vorpommern in Greifswald. Zu seinem großen Repertoire gehört die italienische Oper ebenso wie Lieder von Mahler und Schubert. Der Bass Lothar Fritsch schließlich stammt aus Düsseldorf und wurde in Linz und Köln ausgebildet. In seiner langen Karriere hat er mehr als fünfzig Opernrollen des seriösen Bach-Fachs und als Bassbuffo gesungen, an zahllosen internationalen Opernhäusern ebenso wie in Fernseh-Produktionen des HR.  

Erstmals bei der Italienischen Nacht in Lindenfels präsentieren sich die Rhein-Main-Philharmoniker. Das erst vor vier Jahren gegründete Orchester setzt sich aus Spitzenmusikern der beiden großen Frankfurter Orchester zusammen, dem Opernhaus- und Museumsorchester und dem HR-Sinfonieorchester, und hat in der kurzen Zeit seines Bestehens bereits mehrfach seine musikalische Brillanz unter Beweis gestellt. Ein Veteran der Italienischen Nächte in Lindenfels ist dagegen der Weltklassedirigent Helge Dorsch. Der vielgereiste Musikprofessor und Maestro hat mit allen Größen der Opernszene zusammengearbeitet und ist derzeit Chefdirigent an der New Opera in Peking und Musikdirektor des Opera Festivals Buenos Aires. Darüberhinaus wird einmal mehr der seit vielen Jahrzehnten im Musikbetrieb tätige Moderator und Opernfachmann Rainer Zagovec kenntnisreich und humorvoll durch das Programm führen. 

Shuttle hoch zur Burg
Für Besucher verkehrt wieder ein Shuttlebus vom ausgeschilderten Parkplatz in der Kappstraße, der ab dem Löwenbrunnen am Bürgerhaus auch diejenigen mitnimmt, denen der Weg auf die Burg zu steil bzw. zu beschwerlich ist. 

„Klassik & Kulinarisches“
Mit der Aktion „Klassik & Kulinarisches“ runden einige Betriebe der Vereinigung der Lindenfelser Hotels und Gaststätten die Veranstaltung ab. Mit ausgewählten Gerichten kann sich das Publikum ganz ohne Hast auf den musikalischen Abend einstimmen. Zeitnahe Essensfolge in den Restaurants, die Betriebe öffnen bereits um 17.00 Uhr, und rechtzeitiges Eintreffen auf der Burg wird garantiert. Für die Besucher auf der Burg werden vor der Veranstaltung und in der Pause ausgewählte Getränken sowie Salz- und Laugengebäck gereicht.

Tagesfahrt zum Open Air:
Von dem Lindenfelser Busunternehmen Omnibusreisen Schmidt wird wieder eine Tagesfahrt zu der Veranstaltung ausgeschrieben.  

Konzertbeginn ist um 20:00 Uhr. Tickets gibt es ab sofort vor Ort beim Kur- und Touristikservice Lindenfels, Tel. (06255)30644, Burgstraße 37, 64678 Lindenfels - touristik@lindenfels.de, bei allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie im Internet unter www.reservix.de bzw. www.adticket.de.