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Letzte Aktualisierung: 18.12.2018

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„Was passiert mit Menschen im rechtsfreien Raum?“

Nino Haratischwili in hr2-kultur über Krieg und Schuld

von Ilse Romahn

(16.07.2018) In ihren Romanen gibt Nino Haratischwili („Das achte Leben (Für Brilka)“) seltene Einblicke in den Alltag der Menschen in der Kaukasus-Region. In hr2-kultur sagte die preisgekrönte Schriftstellerin und Dramatikerin, deren neues Buch „Die Katze und der General“ ab 16. Juli im ARD-Radiofestival als Lesung zu hören ist, über die Themen Krieg und Schuld:

Schriftstellerin Nino Haratschwili
Foto: hr/Nata Sopromadze
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„In ‚Die Katze und der General‘ wird Orlow als junger Soldat in Tschetschenien mit etwas konfrontiert, was seine Fähigkeiten und die eines jeden normalen Menschen komplett übersteigt. Die Frage ist einfach: ‚Was passiert in Räumen und an Orten, die rechtsfrei sind, in denen es plötzlich keine Gesetze und keine Strafe gibt? Was macht das mit Menschen?“

Die heute in Hamburg lebende Autorin verzichtet ganz bewusst auf Begriffe wie „Gut und Böse“ oder „Schuld und Sühne“: „Moralische Bewertungen finde ich sehr schwierig – gerade bei solchen Extremsituationen. Ich glaube nicht, dass man überhaupt den ‚Luxus‘ hat, solche Fragen zu stellen. Ich glaube, dass entweder Instinkte einsetzen oder die ‚Maske der Menschlichkeit‘ komplett entfällt und dann Dinge zum Vorschein kommen, vor denen wir uns alle fürchten.“
 
 Das komplette Gespräch mit hr2-Redakteur Ruthard Stäblein war am Mittwoch, 11. Juli, um 12.05 Uhr (Wh. 23.04 Uhr) in der Sendung „Doppelkopf“ zu hören und ist weiterhin als Podcast auf www.hr2-kultur.de abrufbar.

Siehe auch www.ardradiofestival.de, www.hr2-kultur.de