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Letzte Aktualisierung: 15.07.2019

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„Tun, was fehlt und nützt“

Stiftung Polytechnische Gesellschaft informiert

von Ilse Romahn

(08.07.2019) Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft hat die Ergebnisse und Wirkungen ihrer Arbeit im zurückliegenden Stiftungsjahr vorgestellt. Unter dem Motto „Tun, was fehlt und nützt“ konnten 2018 über 10.000 Bürger gefördert werden, davon rund 400 Stipendiaten in acht Stipendienprogrammen.

Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main
Foto: Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main
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Für ihre gemeinnützigen Aktivitäten hat die Stiftung im vergangenen Jahr ihren bislang höchsten Betrag von 7,5 Millionen Euro aufgewendet. Neben eigenen operativen Projekten wurden 86 vorbildliche Projekte Dritter mit insgesamt über einer Millionen Euro gefördert. Mit einem Stiftungsvermögen in Höhe von nunmehr 442 Millionen Euro zählt die Stiftung Polytechnische Gesellschaft zu den größten gemeinwohlorientierten Stiftungen in Deutschland. Zukünftige Schwerpunktthemen in der Arbeit der Frankfurter Bildungsstiftung sind Rechtschreibung, Digitalisierung und Demokratiebildung.

„‚Tun, was fehlt und nützt‘ ist das, was wir als unsere vordringlichste Aufgabe verstehen. Wir gehen dorthin, wo wir gebraucht werden. Wir tun das, was praktisch nützt. Und wir machen bekannt, was funktioniert, damit nützliche Ideen ihren Weg gehen können – als positive Vorbilder und als Ansporn für andere“, kommentiert Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, das Motto des Jahres 2018. „Unser Partnerumfeld ist Ausdruck unserer deutlich gewachsenen Reichweite. Es umfasst inzwischen 37 Stiftungen und rund 200 weitere Institutionen. So können wir die soziale Rendite unserer Projekte weiter erhöhen“, so Kaehlbrandt weiter.

Das Vermögensmanagement der Stiftung konnte 2018 trotz der erheblichen Verwerfungen an den Kapitalmärkten die Gesamtperformance bei -0,1 Prozent halten. Der Überschuss aus der Vermögensverwaltung lag insgesamt bei 12,9 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerung von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für die satzungsmäßigen Aufgaben der Stiftung wurden 7,5 Millionen Euro aufgewendet. Dies ist der bislang höchste Betrag in der Geschichte der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. Insgesamt konnten seit ihrer Gründung in 2005 rund 67 Millionen Euro für gemeinnützige Aktivitäten bereitgestellt werden. In die Freie Rücklage wurden im vergangenen Jahr 3,5 Millionen Euro eingestellt. Das bilanzierte Stiftungsvermögen betrug zum Ende des Berichtjahres 442 Millionen Euro.

Ausgewählte Themen, Inhalte und Projekt aus 2018
Einen Schwerpunkt der Arbeit der Stiftung Polytechnische Gesellschaft bilden operative Leitprojekte zur Familienbildung, etwa die 2018 mit dem Hessischen Präventionspreis ausgezeichneten Willkommenstage in der frühen Elternzeit oder das Diesterweg-Stipendium für Kinder und ihre Eltern, von dem inzwischen bereits mehr als 2.300 Personen unterschiedlicher Herkunftsländer profitiert haben. Bei den kulturellen Aktivitäten der Frankfurter Stiftung hat sich vor allem das Feld der musikalischen Bildung stark weiterentwickelt. Allein das Projekt Jazz in die Schulen konnte in den vergangenen Jahren rund 10.000 Schüler erreichen.

Im Bereich Bürgerengagement setzten sich Projekte wie das Kolleg für junge Talente, die Stadtteil-Botschafter oder auch die Bürger-Akademie für die Stärkung des Zusammenhalts der Gesellschaft ein und leisten konkrete und ganz praktische Impulse für ein gelungenes Zusammenleben. Im Bereich Wissenschaft und Technik hat die Stiftung inzwischen eine engmaschige und miteinander verzahnte Projektkette aufgebaut. Die Fördermöglichkeiten reichen von der Kindheit bis zum Erwachsenenalter, von der Einzelförderung über die Förderung von Klassengemeinschaften bis hin zur Familienförderung.

Erfolgreicher Projekttransfer – innerhalb Frankfurts und über die Stadtgrenzen hinaus – hat 2018 dazu geführt, dass innovative und wirkungsvolle Projekte der Stiftung von anderen Kommunen und Trägern übernommen wurden und sich damit die soziale Rendite der Stiftungsarbeit erhöht hat. Allein der Deutschsommer wird inzwischen in zehn Städten angeboten. Vom Diesterweg-Stipendium für Kinder und ihre Eltern profitieren bundesweit Familien an zehn verschiedenen Standorten. Insgesamt arbeitet die Stiftung Polytechnische Gesellschaft mit über 200 Partnerorganisationen und davon allein 37 Stiftungen eng zusammen.

Neben der Entwicklung und Verwirklichung eigener, operativer Projekte fördert die Stiftung Polytechnische Gesellschaft gemäß ihrer Satzung auch hervorragende Projekte Dritter, die einen hohen Nutzen für die Frankfurter Allgemeinheit versprechen. Die Förderarbeit ermöglicht es der Stiftung, flexibel und kurzfristig auf Entwicklungen und Erfordernisse in der Stadtgesellschaft zu reagieren. 2018 wurden insgesamt 86 innovative aber auch bewährte Projekte aus den Bereichen Soziales, Kunst und Kultur, Bildung, Wissenschaft und Technik mit insgesamt über einer Million Euro gefördert. Spitzenförderung fand dabei ebenso Berücksichtigung wie Breitenförderung.

Ausblick
In Frankfurt liegt der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund, die zuhause kein Deutsch sprechen, mittlerweile bei 48 Prozent. Um daraus resultierende Sprachentwicklungsverzögerungen auszugleichen, wird die Stiftung ihr bereits erfolgreich umgesetztes Portfolio an Sprachförderungsangeboten – vom Deutschsommer über Meine Zeitung bis zum Großen Diktatwettbewerb – in Zukunft weiter ausbauen. „Wir brauchen eine Lobby für das korrekte Schreiben, für den Wert der Rechtschreibung. Wir werden uns deshalb im Thema Rechtschreibung in der Grundschule und in der Mittelstufe noch stärker engagieren als bisher. Denn hier werden die Weichen für das richtige Schreiben gestellt,“ betont Kaehlbrandt.

Parallel dazu arbeitet die Stiftung an einem neuen Projekt, dem Digitechnikum. Es will IT-begeisterte Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren zusammenbringen und ihnen die Möglichkeit geben, gemeinsam an digitalen Lösungen für gesellschaftliche Probleme und Fragestellungen zu arbeiten.

„Sowohl der Bedarf als auch die Ideen gehen uns nicht aus. Sie können darauf zählen: Wir arbeiten weiterhin unermüdlich als Frankfurter ‚Projektschmiede‘ und praktische ‚Werkbank‘ der Frankfurter Stadtgesellschaft in guter polytechnischer Tradition“, betont der Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt.