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Letzte Aktualisierung: 13.11.2018

„Sternenbilder – Eine Symphonie für die Altstadt“

Frankfurt zelebriert zur Einweihung eine Drohnenshow

von Karl-Heinz Stier

(14.09.2018) Zur feierlichen Einweihung der neuen Altstadt (28. bis 30. September) spielen am 29. September (öffentliche Generalprobe: Freitag, 28. September, um 21.45 Uhr) 110 LED-Drohnen in einer Inszenierung die Hauptrolle. Das Spektakel wird zwischen Eisernem Steg und Untermainbrücke ablaufen.

Bildergalerie
Auskunftgeber der Sternenbilder-Pressekonferenz (v.l.n.r.): OB Peter Feldmann, Geschäftsführer Thomas Feda und Stefan Weil vom Atelier Markgraph.
Foto: Karl-Heinz Stier
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Ausschnitt aus der Drohnenshow: das Rautenspiel am nächtlichen Himmel.
Foto: Atelier Markgraph
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Bei der Drohnen-Choreographie verschmelzen um 21.45 Uhr direkt über dem Main Lichtspiele, eigens komponierte Musik und Sprachpassagen zu einer Hommage am nächtlichen Himmel von Frankfurt. Die Flug-Formationen der Drohnen werden begleitet durch skulpturale Effekte verschiedenfarbiger Scheinwerfer, die Figuren in den Himmel malen.

 Die akustische Untermalung der Inszenierung nimmt den Dialoggedanken musikalisch auf: Sebastian Hohberg und Jan Mayerhofer von hoerfeld kreierten eigens für den Anlass, der einmalig in Deutschland ist,  eine Fusion aus Klassik und Elektronik. Teile der Komposition interpretieren den prägnanten Barock-Komponisten Philipp Telemann neu. Auch Telemann lebte zeitweise in der Frankfurter Altstadt. Es werden auch Zitate ins Firmament geschrieben. Sie stammen aus der Feder des ehemaligen Altstadt-Bewohners, Johann Wolfgang von Goethe.

Die Show in Frankfurt – etwa 20 Minuten lang – steht weltweit im Kontext innovativer Luftraum-Veranstaltungen, das von einem internationalen Team realisiert wird. Das Gestaltungskonzept stammt vom Frankfurter Kreativstudio Atelier Markgraph (Geschäftsführer Stefan Weil)  in Zusammenarbeit mit Lichtdesignern. Die besondere Herausforderung der Choreographie: die Sternenbilder, die sich durch die Flugpositionen der Drohnen ergeben, sollen aus möglichst vielen verschiedenen Perspektiven erkennbar sein. Im erzählerischen Zentrum der „Sternenbilder“ stehen neben herausragenden Persönlichkeiten und Figuren der Stadt auch prägende Ereignisse und Landschaftsbilder. So wird auch ein Portrait Goethes aus 100 Drohnen gezeichnet, ebenso der Struwwelpeter und die Kaiserkrone. Auch ein Spiel mit Rauten, wie sie die Äppelwoi-Gläser auszeichnen, ist dabei.

Die inhaltliche Gestaltung seiner Show leitet Stefan Weil von der Vielfalt und den Kontrasten Frankfurts ab. „In der neuen Altstadt sind überall Spuren dieser kontrastreichen Identität zu finden. Wir nutzen die neueste Generation der Technik für  ein Spektakulum, die dieser weltoffenen Haltung der Mainmetropole in poetischen Bildern die Ehre erweist“.

Das „stete Zwiegespräch zwischen Vergangenem und Künftigen“ hebt auch Oberbürgermeister Peter Feldmann hervor.“ Das manifestiere sich auch in der Architektur der Stadt – nur hier ragen hinter Fachwerkfassaden Wolkenkratzer hervor“. Thomas Feda, Geschäftsführer der Tourismus + Congress GmbH und verantwortlich für das Einweihungsfest meint: „Das Mainufer, der angrenzende Römerberg und der Dom gelten als zentrale Orte des Frankfurter Lebens – damals wie heute. Hier wurden Könige gewählt, Waren gehandelt und Feste ausgerichtet. Mit der Eröffnung des neuen Quartiers soll wieder mehr Leben in die Mitte der Stadt einziehen.“  Nach seiner Einschätzung wird das Spektabel zwischen 300 000 und 400 000 Euro kosten. Auch die Mainova, die Lufthansa und die Verkehrsbetriebe Frankfurt beteiligen sich finanziell an der Show.

Es gibt noch eine Unsicherheit, die die Veranstaltung zum Scheitern bringen könnte: Planbar ist nicht das Wetter. Wenn es stürmt oder regnet, müssen die Drohnen am Boden bleiben. Doch auch für den Fall aller Fälle: Dann wird kurzfristig ein Ersatztermin bekannt gegeben – so Feda.