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Letzte Aktualisierung: 17.05.2019

„Mozart Momentum 1785/1786“ am 11. + 12. Mai in der Alten Oper

von Ilse Romahn

(06.05.2019) Etwas substanzielles Neues sei geschehen in Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzerten der Jahre 1785/86, ein besonderes Momentum in seinem Schaffen, das es wert sei, genauer betrachtet zu werden. Davon überzeugt ist der Pianist Leif Ove Andsnes, der im Mai 2019 gemeinsam mit dem Mahler Chamber Orchestra ein neues Großprojekt startet.

Mahler Chamber Orchestra, Leif Ove Andsnes
Foto: Holger Talinski
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"Mozart Momentum 1785/1786“ lautet der Titel der auf drei Jahre angelegten Beschäftigung mit jenen Werken, die Mozart in diesen beiden Jahren komponierte und die sich als wegweisend nicht nur für seine eigene kompositorische Laufbahn entpuppen sollten. Zum Start dieser Langzeitexpediton, die mit Stationen in zahlreichen großen Konzertsälen weltweit verbunden ist, richtet die Alte Oper Frankfurt dem Orchester und dem Pianisten ein eigenes Fokus-Festival aus. Damit wird zugleich jener weitere Fokus-Schwerpunkt komplettiert, den die Alte Oper in der laufenden Spielzeit mit insgesamt vier Terminen dem Pianisten Leif Ove Andsnes gewidmet hat.

Der erste Abend im Großen Saal – Samstag, 11. Mai 2019, von 19.00 Uhr an – richtet das Augenmerk auf kammermusikalische Schlüsselwerke Mozarts aus der genannten Zeit, während im zweiten Termin – Sonntag, 12. Mai 2019, 19.00 Uhr – Orchesterwerke auf dem Programm stehen. Das Zentrum bildet dabei Mozarts Klavierkonzert d-Moll KV 466, das es an diesem Wochenende gleich zweimal zu hören gibt – am Samstag in kammermusikalischer Bearbeitung, am Sonntag mit Orchester. Solist ist in beiden Fällen Leif Ove Andsnes, für den vor allem dieses 1785 komponierte Werk eine Schlüsselstellung in Mozarts Schaffen einnimmt: „Es ist eine ganz neue Art des Geschichte-Erzählens. Hier wird plötzlich eine viel komplexere Story zwischen Individuum und Masse erzählt, es geht nicht nur um den Dialog zwischen Solist und Orchester, sondern auch um die Reibung, die Distanz.“

Der erste Konzertabend mit Mitgliedern des Mahler Chamber Orchestra umfasst darüber hinaus Mozarts Fantasie c-Moll KV 475, Auszüge aus dem Streichquartett C-Dur KV 465, das Klavierquartett sowie Lieder aus den Jahren 1785/86, interpretiert von der britischen Sopranistin Louise Alder, die seit der Spielzeit 2014/15 Mitglied im Ensemble der Oper Frankfurt ist. Der in drei Teile gegliederte Abend umfasst darüber hinaus ein Künstlergespräch mit Leif Ove Andsnes und wird abgerundet durch ein Nach(t)konzert mit Mozarts Violinsonate Es-Dur KV 481.

Der Sonntagtermin stellt Mozarts d-Moll-Konzert drei weitere Werke aus dem Jahr 1785 an die Seite – Mozarts Maurerische Trauermusik, Joseph Haydns zeitgleich komponierte Sinfonie Nr. 83 g-Moll „La Poule“ sowie das Mozart-Klavierkonzert C-Dur KV 467. Leif Ove Andsnes übernimmt dabei nicht nur den Solopart, sondern leitet das Orchester auch vom Flügel aus.

Über diese beiden Konzerttermine hinaus hält das Fokus-Wochenende noch eine interaktive Entdeckungstour bereit: „Unboxing Mozart“ lautet der Titel eines Projekts, das neue Zugänge zu Musik ermöglichen will und dabei auch Barrieren zwischen Musizierenden auf dem Podium und dem Publikum zu überbrücken sucht. Alle Teilnehmer*innen erhalten eine Soundbox, mit der sie in Mozarts Klavierkonzert KV 466 eintauchen, die Musik sowie die Instrumente erforschen und zusammen mit anderen Teilnehmern das Klavierkonzert selber spielen können.  

„Mozart Momentum 1785/86“ ist nicht das erste gemeinsame Langzeitprojekt von Leif Ove Andsnes und dem Mahler Chamber Orchestra: Bereits von 2012 bis 2015 haben der Norweger und das international besetzte, von Claudio Abbado gegründete Orchester gemeinsam eine großangelegte „Beethoven Journey“ rund um Beethovens Schaffen für Klavier und für Klavier und Orchester absolviert, die mit Konzerten in 15 Ländern auf drei Kontinenten und mehreren CD-Einspielungen verbunden war.

11. Mai: € 25,- / 32,- / 39,- / 49,- (Endpreise) / 12. Mai: € 29,- / 42,- / 55,- / 69,- (Endpreise) Tickethotline: (069)1340400  ▪  www.alteoper.de

Mit freundlicher Unterstützung der Gesellschaft der Freunde der Alten Oper Frankfurt

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