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Letzte Aktualisierung: 24.05.2019

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„Kein Held, aber ein Mundaufmacher“

Würdigungen für Friedrich Stoltze

von Karl-Heinz Stier

(10.05.2019) Seit gestern steht das neue Stoltze-Museum der Frankfurter Sparkasse allen Besucherinnen und Besuchern in der Frankfurter Altstadt offen. Den Neubau am Markt 7 in der neuen Frankfurter Altstadt, direkt neben der „Goldenen Waage“, gab die Frankfurter Lokal-Prominenz für die Öffentlichkeit frei.

Bildergalerie
Gemaltes Stoltze-Portrait
Foto: Karl-Heinz Stier
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Akteure bei der Eröffnung der Ausstellung (v.l.n.r.): Robert Ristani(Chef der Frankfurter Sparkasse), Schauspieler Michael Quast, „Hausherrin“ Petra Breitkreuz, Oberbürgermeister Peter Feldmann
Foto: Karl-Heinz Stier
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Ein Beispiel aus der „Franfurter Latern“
Foto: Karl-Heinz Stier
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Ausschnitt aus Stoltzes Arbeitszimmer im Grüneburgweg 128
Foto: Karl-Heinz Stier
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Das Stoltze-Museum von außen, Am Markt 7 in der neuen Frankfurter Altstadt
Foto: Karl-Heinz Stier
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Oberbürgermeister Peter Feldmann würdigte den Mundartdichter, Satiriker und Verleger, der 1816 als Sohn des Gastwirts „Zum Rebstock“ in der Nähe des Domes geboren wurde, als einen Menschen, der sich für Freiheit und Bürgerrrechte einsetzte und auch dafür kämpfte. „Frankfurt hat keine Helden, schon gar nicht militärische Helden aber dafür Mundaufmacher. Als überzeugter Frankfurter trat er auch in schwierigen Zeiten und gegen Widerstände und Zensur für die radikale Demokratie ein. Stoltze ist damit heute noch eine hochaktuelle Persönlichkeit“. Er freue sich, dass das Stoltze-Museum der Frankfurter Sparkasse künftig an so zentraler Stelle auf diesen bedeutenden Mann aufmerksam machen wird.

Robert Restani, Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Sparkasse, wies darauf hin, dass seine Organisation große Anteile an Bau und Umzug des Museums trage. „Mit dem Stoltze-Museum schaffen wir einen bleibenden, nachhaltigen Wert für Frankfurt und seine Bürger. Stoltze gehörte schon zu Lebzeiten zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Mainmetropole. Er steht für Frankfurt, seine Lebensart und seine demokratische Tradition. Dieses Erbe wollen wir bewahren“.

„Hausherrin“ Petra Breitkreuz hob die zunehmende Popularität des Satirikers hervor,  dessen Museumslage am stark frequentierten Krönungsweg gewiss dazu beigetragen habe. Auch das Interesse an Führungen durch das dreigeschossige Haus sei sehr zufriedenstellend, die Termine reichten derzeit bis Ende September. Bemerkenswert sei das Lehrer- und Schulinteresse an dem Frankfurter Original Friedrich Stoltze.

Schauspieler Michael Quast, Direktor der Volksbühne und glühender Verehrer von Stoltze, verlas amüsante, aber auch nachdenkliche Texte von ihm über sein Verhältnis zu seiner Geburtsstadt, darunter u.a. ein Spaziergang von Großvater und Sohn durch die Altstadt bis über den „Maa“, ein Gedicht über sein Exil am Genfer See, über Patriotismus und die preußische Belagerung und eine Retrospektive über sein Leben an seinem 70. Geburtstag.

Im Mittelpunkt des neuen Stoltze-Museums steht Stoltze als politischer Autor, Freiheitsdichter und Satiriker. Sein Hauptwerk, die  satirische Wochenzeitschrift „Frankfurter Latern“ ist zentrales Thema des Museums. Ein Teil der Dauerausstellung kann man im architektonisch reizvollen eliptischen Treppenaufgang sehen. Im 1.Obergeschoss gibt es einen Touch-screen-Bildschirm. In ihm kann man in seinem Hauptwerk blättern. Das Design des Museums ist im typischen Zeitungsstil gestaltet.

Originalexponate aus dem Haushalt Stoltzes und eine Hörstation zu Persönlichkeiten, mit denen Stoltze in Verbindung stand, haben im ehemaligen Kaminzimmer der benachbarten „Goldenen Waage“ ihren Platz gefunden. Ein multinationaler Medientisch zu den historischen bedeutendsten Örtlichkeiten Frankfurts ergänzt in Bild, Ton und Texten aus Stoltzes Feder die Dauerausstellung.

Das Stoltze-Museum ist montags bis sonntags von 19 bis 18 Uhr geöffnet, also an allen sieben Tagen. Der Eintritt ist frei. Wer eine Führung buchen möchte, kann sich an Petra Breitkreuz, Tel.: (069)26414006 oder petra.Breitkreuz@frankfurtersparkasse.de wenden.