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Letzte Aktualisierung: 18.07.2019

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„Irgendwo in Frankfurt – Nirgendwo Zuhause“

Diakonisches Werk für Frankfurt am Main sammelt Spenden für Obdachlose

von Ilse Romahn

(10.12.2018) Sie schlafen im Frankfurter Hauptbahnhof, rollen Matrazen und Schlafsäcke in Durchgängen aus, übernachten vor Läden im Bahnhofsviertel – rund 300 Männer und Frauen leben in Frankfurt auf der Straße. Zudem brachte die Stadt 2900 Wohnungslose in Unterkünften und Hotels unter – ebenso wie 4900 Asylsuchende.

„Bundesweit stieg die Zahl der Wohnungslosen auf rund 1,2 Millionen“, berichtet Karin Kühn, Vorstandsvorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe und Arbeitsbereichsleiterin beim Diakonischen Werk für Frankfurt am Main. Auch in der Mainmetropole wächst die Zahl der Menschen ohne Wohnung immer weiter. Das spürt auch das Diakoniezentrum Weser 5 im Frankfurter Bahnhofsviertel: „Die Besucherzahlen im Tagestreff sind stark gestiegen, wir mussten mehr Personal einstellen und sind verstärkt auf Spenden angewiesen“, sagt Karin Kühn.

Die Streetworker des Diakoniezentrums Weser 5 bieten Obdachlosen warmen Tee und Schlafsäcke an. Menschen, die sonst niemanden um Hilfe bitten würden, erfahren so von der Möglichkeit, im Tagestreff im Bahnhofsviertel zu duschen, für kleines Geld zu essen und in der Kleiderkammer warme Anziehsachen zu finden. Die Winter-Notübernachtung bietet zudem 30 Schlafplätze an. Rund 150 Besucher pro Tag gehen in den Tagestreff im Bahnhofsviertel, an kalten Wintertagen sind es schon mal 200. Manche nutzen die Sozialberatung, beziehen ein möbliertes Apartment im Weser 5 Übergangswohnhaus und fassen so wieder Fuß.

„Die diakonischen Einrichtungen in Frankfurt am Main unterstützen Menschen dabei, schwere Lebenskrisen zu bewältigen, Mut zu fassen und neue Perspektiven für ihr Leben zu entwickeln“, sagt Michael Frase, Leiter des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main. Angesichts des angespannten Frankfurter Wohnungsmarktes appelliert er: „Die Stadt soll weiteren sozialen Wohnraum bauen, damit auch Wohnungslose einen besseren Zugang zum Wohnungsmarkt finden.“

Für die Arbeit mit Wohnungslosen im Diakoniezentrum Weser 5 hat das Diakonische Werk für Frankfurt am Main eine Spendenkampagne unter dem Motto „Irgendwo in Frankfurt – Nirgendwo Zuhause“ initiiert. Die Diakonie unterstützt damit Wohnungslose, wieder Zutrauen in ihre Fähigkeiten zu entwickeln und Schritt für Schritt von der Straße weg in ein anderes, hoffnungsvolleres Leben zu gehen.

Der evangelische Stadtdekan Achim Knecht begrüßt die Aktion: „Die Weihnachtsgeschichte erinnert daran, dass Josef und Maria auf dem Weg nach Bethlehem ohne feste Bleibe waren und Jesus in einer Art Notunterkunft geboren wurde. Und später beschreibt Jesus, dass der Menschensohn, also er selbst, keinen Ort habe, um sich hinzulegen." Deshalb sehe die Kirche eine besondere Verpflichtung, Menschen zu einem Obdach zu verhelfen. Für viele Obdachlose sei das ein erster Schritt, um wieder in Würde leben und eine persönliche Perspektive entwickeln zu können.

Weitere Informationen unter www.diakonischeswerk-frankfurt.de 

Weitere Veranstaltungen unter www.evangelischesfrankfurt.de