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Letzte Aktualisierung: 23.08.2019

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Änderung der Stadtgeschichte: Hofheim bereits 1254 urkundlich erwähnt

von Adolf Albus

(05.06.2019) Die Hofheimer Stadtgeschichte muss um neun Jahre korrigiert werden. Die erste urkundliche Erwähnung stammt nicht wie bislang angenommen aus dem Jahr 1263, sondern aus dem Jahr 1254. Das hat nun der bekannte Hofheimer Stadtführer und Heimatforscher Joachim Janz herausgefunden. Das Stadtarchiv Hofheim konnte die Entdeckung durch ergänzende Recherchen bestätigen.

1263 bezeugten die Brüder Hartmut und Gilbert von Hofheim, ihres Zeichens Frankfurter Bürger, in einer Urkunde Schenkungen an ein Kloster. Eine Abschrift dieser Urkunde liegt im Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main. Bislang ging man davon aus, dass dies die erste urkundliche Erwähnung Hofheims sei. Doch jetzt ist eine neun Jahre ältere Urkunde aus dem Jahr 1254 aufgetaucht. Joachim Janz entdeckte sie bei Recherchen im sogenannten Onlinefindbuch des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt und informierte das Stadtarchiv Hofheim. Dort begannen umgehend weitere Recherchen.

Die von Joachim Janz entdeckte Urkunde regelt den Kauf eines Weinbergs durch die Johanniterkommende in Nieder-Weisel, einem heutigen Stadtteil von Butzbach. Verkäufer waren der Schultheiß Heinrich von Marxheim (im Original Henricus Scultetus de Marpershem) und seine Ehefrau Guda. Der Weinberg wird als zwischen Marbsheym (eine weitere alte Schreibweise für Marxheim) und Hoveheim gelegen beschrieben. Und eben hinter diesem Hoveheim verbirgt sich das heutige Hofheim.

Nicht nur die Kombination der Ortsnamen Marxheim und Hofheim, auch ein Blick auf die Liste der den Kauf bezeugenden Personen zeigt, dass es sich hier tatsächlich um Hofheim am Taunus handeln muss. So sind unter den Zeugen nicht nur der Hofheimer Schultheiß Heinrich und sein Sohn, sondern auch ein Konrad von Sulzbach und Hartmut von Kronberg. Eine Verwechslung etwa mit dem heutigen Stadtteil Lampertheims mit gleichem Namen kann praktisch ausgeschlossen werden.

Die Ersterwähnung Marxheims stammt im Übrigen bereits aus dem Jahr 1191 und auch hier spielten Weinberge eine Rolle. Erzbischof Konrad von Mainz bestätigte damals dem Stift Retters dessen Besitz und nahm es unter seinen Schutz. Teil dieses Besitzes waren zwei Weinberge und fünf Schillinge Grundzins in Marxheim.